Donnerstag, 11. Dezember 2014

Winterzeit – Erkältungszeit. Warum Ihr Pferd trotzdem viel frische Luft braucht !

Auch Pferde haben im Winter häufiger Husten als im Sommer. Das liegt allerdings nicht daran, dass es im Winter kalt und feucht oder nass ist.
Sondern daran, dass in vielen Ställen die Pferde vielmehr im geschlossenen, schön mollig warmen Stall untergebracht sind, und sie wenig bis gar keinen Koppelgang haben. Dazu dann auch oft noch nur in der (normalerweise staubigen) Reithalle geritten werden.
Pferde sind Steppentiere und haben eine sehr gute Thermoregulation, d.h. sie kommen mit kaltem Wetter, auch mit Schnee und Regen sehr gut zurecht – besser als wir Menschen.
Die meisten Erkältungsursachen bei Pferden sind staubige, muffige Luft (Ammoniak) sowie das Einatmen von Schimmelpilzen in Heu und Stroh. Bei einem bereits angegriffenen Immunsystem können aber natürlich auch Viren oder Bakterien ursächlich sein.
Vorbeugend ist es am besten, wenn das Pferd auch im Winter einen offenen, luftigen Stall hat, der nicht geheizt wird, sondern die Innentemperatur der Außentemperatur gemäßigt folgt. Ebenso sollten die Fenster und Türen nicht “verrammelt” werden aus Angst vor Kälte und Zugluft  oder aus Angst vor einfrierenden Wasserleitungen. Besser ist es, diese so zu isolieren, dass sie nicht einfrieren.
Ein hustendes Pferd sollte auf keinen Fall gearbeitet werde. Und jegliches Einatmen von Staub sollte vermieden werden. Damit ist auch Führen, Longieren, Bodenarbeit, Reiten etc. auf dem Reitplatz (sofern trocken und staubig) und vor allem in der Reithalle gemeint. Am besten sind viel frische Luft und lange, entspannte  Spaziergänge durchs Gelände – im Schritt!

Auf jeden Fall ist anzuraten, das Heu nass zu machen. Und zwar gut wässern, d.h. nicht nur kurz mit einer Gießkanne Wasser darüber gießen, sondern richtig einweichen für  mindestens 1 - 2 Stunden, besser noch länger.
Das überflüssige Wasser wegschütten und dann erst das Heu verfüttern. Diese macht zwar etwas mehr Arbeit als sonst, aber es ist unabdinglich, dass ein hustendes Pferd keinen Staub (und sonstige schwebende Bestandteile in der Luft, wie zum Beispiel Schimmelsporen) beim Fressen einatmet.

Darüber hinaus kann man auch eine Inhalationstherapie durchführen. Allerdings sollte man nicht mit einem Eimer voll heißem Wasser ankommen, versuchen, dem Pferd die Nase darüber zu halten und ihm womöglich noch ein Handtuch über den Kopf werfen. Diese Methode ist nicht ganz ungefährlich – für Mensch und Tier. Es drohen nicht nur Verbrühungen, sondern auch Verletzungen durch das erschreckte und womöglich scheuende Pferd.
Besser ist es, sich von einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker ein Inhaliergerät speziell für Pferde zu leihen, sich in die Handhabung einweisen lassen und dieses dann fachgerecht zu benutzen.
Für ein leichteres Atmen kann man Pfefferminzöl (ätherische Öl) in eine Sprühflasche geben (ca. 5-10 Tropfen), mit Wasser auffüllen, gut schütteln und über das Heu und /oder Stroh sprühen.
Zur Stärkung der Abwehrkräfte kann man täglich einen Löffel voll Apfelessig übers Futter geben.
Auch diverse Kräuterzusätze ins Futter eignen sich bei Husten zur Linderung. Zum Beispiel: Salbei, Fenchel, Thymian; auch Weibisch und Lindenblüten. Diese Kräuter wirken unter anderem schleimlösend und entkrampfend und erleichtern somit das Abhusten.
Auch ein vereinzeltes Husten bei einem Pferd sollte man immer ernst und nicht auf die leichte Schulter nehmen. (Nicht nach dem Motto verfahren: "Der hustet immer nur einmal, das ist normal." – Kein Husten ist normal !). Besser ist es, möglichst zeitnah einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker zu konsultieren, als einen Husten zu verschleppen und dadurch das Risiko einer chronischen Bronchitis oder Lungenentzündung einzugehen.


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