Donnerstag, 22. Januar 2015

Wintertipps für Pferd, Reiter und Stall


Aktuell zur Jahreszeit - und auch dem Wetterbericht zufolge soll es ja die nächsten Tage wieder kälter werden und schneien.

Deshalb folgen es hier nun ein paar Tipps und Infos, die einem das Pferde- und/oder Reiterleben etwas leichter und angenehmer machen.


Viele dieser Tipps sind den meisten Lesern mit Sicherheit schon bekannt, aber es gibt ja auch immer wieder Pferde-"Neulinge", die noch nicht so erfahren sind.
Oder auch Pferdeleute, die einfach noch keine "Wintererfahrungen" haben sammeln können, weil sie von einer milderen Klimagegend erst hergezogen sind.

Und dann gibt es die Sachen, die man eigentlich weiß, aber aufgrund langen Nichtgebrauchs dann doch irgendwie in die hintersten Ecken des Gedächtnisses verbannt hat. Und wenn man sie sieht oder liest, denkt man: ah ja, da war doch was.

Also: Einfach mal durchlesen. Vielleicht ist ja doch das eine oder andere Nützliche - und noch nicht Gewusste dabei.



Eingefrorene Tränken (Wasserbehälter):

Man kann eine Zufrieren der Tränke vermeiden, indem man einen Gummiball (nicht so klein, dass er verschluckt werden kann natürlich) oder ein festes (auch genügend großes, nicht splitterndes) Holzstück in die Tränke legt. Wenn das Pferd dann trinkt, bewegt sich der Ball oder das Holzstück und entstehende Eisschichten werden aufgerissen und die Oberfläche friert nicht zu.
(Hilft bedingt).

Kalte Hände:

Die ganz dicken Winterhandschuhe sind manchmal unpraktisch, da man keine Trensen oder sonstige Schnallen zumachen kann und auch beim Reiten kein Gefühl hat. Daher ist es besser, man zieht einfache, dünne Wollhandschuhe (oder Seidenhandschuhe - wie die Innenhandschuhe mancher Skihandschuhe) an und darüber dann noch dünne Gummihandschuhe. Die halten Wind, Nässe und Kälte ab und innen ist es durch den Wollhandschuh (oder der Seidenhandschuh) kuschlig warm und trocken.

Reiten im Freien:

Hat man ein beschlagenes Pferd, so stollt sich beim Ausreiten oder auf dem Reitplatz gerne der Schnee im Huf auf und das Pferd kann ins Stolpern und Rutschen kommen. Dies lässt sich einfach vermeiden, indem man die Hufsohle vor dem Reiten mit Melkfett oder Vaseline einschmiert.
Hilfreich können auch Gummigrips oder Stollen sein. Stollen müssen aber immer nach dem Reiten wieder abgeschraubt werden, sonst besteht Verletzungsgefahr.

Bei Barhuf-Pferden muss man nichts machen, da sich der Schnee im Huf nicht aufstollt. - Und noch ein Grund für barhuf;-)

Beim Ausreiten sollte man selbstverständlich auch immer einen Blick auf den Weg haben: Ist er gefroren? Besteht Rutschgefahr? Oder sind heftige Unebenheiten unter einer dünnen Schneedecke, die man nicht gleich sieht? 
Das können Löcher sein, Maulwurfshügel, Steine und sonstige Hindernisse. Vorsicht ist auch bei Schneeverwehungen geboten. Achtung bei fremden Wegen !

Ist die Schneedecke recht dünn und der Boden darunter weich, dann ist es besser, nicht darüber zu reiten geschweige denn zu galoppieren. Sonst gräbt man nur tiefe Löcher in die Wiese und macht die Grasnarbe kaputt - und das freut keinen Bauern.

Schneeränder auf Leder:

Vor dem Putzen einfach das Leder mit einer halben Zitrone abreiben, dies entfernt unschöne Schneeränder. Danach wie gewohnt mit Sattelseife reinigen und einfetten.

Kaltes Gebiss:

Es gibt Pferde, die es im Winter gar nicht mögen, wenn man ihnen ein eiskaltes Gebiss einlegen will. In diesem Fall sollte man nach Möglichkeit die Trense oder Kandare an einem warmen Ort aufbewahren. Ist die nicht möglich, dann sollte man das Gebiss vor dem Reiten in warmem/heißem Wasser etwas anwärmen. Ist dies auch nicht möglich, dann vor dem Reiten das Gebiss mit den Händen anwärmen, indem man es zwischen den Händen reibt.

Schwitzende Pferde:

Nicht geschorene Pferde schwitzen im Winter - vor allem an etwas wärmeren Tagen - nach der Arbeit vermehrt, da sie ja ihren dicken „Wintermantel“ tragen. Man sollte sein Training daran anpassen und sollte darauf achten, dass das Pferd nicht zu sehr ins Schwitzen kommt und sich die Zeit nehmen, nach der Arbeit ausgiebig das Pferd im Schritt ganz entspannt trocken reiten.
Auf keinen Fall darf das Pferd im Winter gewaschen werden. Mit dem dicken Winterfell würde es viel zu lange dauern, bis es wieder trocken ist.
Angetrocknete Schweißkrusten entfernt man einfach mit einem Federstriegel oder einer Ausdünnbürste.

Man kann nach getaner Arbeit natürlich auch zu einer Abschwitzdecke (und nicht zu einer dicken, wetter-, wasser- und winddichten Decke, die kann nämliche einen Hitzestau verursachen) greifen, die die Feuchtigkeit aus dem schwitzenden Körper aufnimmt und nach außen leitet, aber diese sollte unbedingt entfernt werden, sobald das Pferd trocken ist.
Die Decke sollte dann selbst auch gut getrocknet werden vor der nächsten Nutzung. Feuchte Decken neigen dazu zu schimmeln.

Bewegungsbedarf decken:

In vielen Ställen ist im Winter (leider) kein oder kaum Koppelgang möglich. Vor allem, wenn es zwar kalt ist, aber kein Schnee liegt und die Koppeln zu matschig sind. Auf keinen Fall sollte man den Fehler machen, das Pferd mal eben „kurz laufen“ zu lassen.
Die Muskulatur, Gelenke, Sehnen, Bänder etc., kurz der gesamte Bewegungsapparat, sind kalt und daher eher anfällig für Überdehnungen und sonstige Schädigungen bei plötzlichen Bewegungen , wie Stopps, Starts, Drehungen, Wendungen und so weiter.

Es ist im Winter also noch wichtiger als im Sommer, dass das Pferd langsam aufgewärmt wird, d.h. zunächst eine lange Schrittphase von mindestens 15 bis 20 Minuten. Danach kann man die Arbeit in höheren Gangarten aufnehmen. Hier bitte auch immer wieder längere Schrittpausen einplanen.
Und, wie oben bereits erwähnt, immer auch zum Abschluss nochmal eine lange Schrittphase. Im Anschluss kann man Pferd dann gerne noch in der Halle oder auf dem Platz frei laufen lassen, so dass es sich wälzen - oder, sofern es mag, sich auch noch austoben kann. 

Auf alle Fälle sollte gewährleistet sein, dass das Pferd / die Pferde auch während der Wintermonate viel frische Luft und Tageslicht abbekommen. 

Ist ein Reiten aufgrund glatter, gefrorener Böden nicht möglich und hat man keine Halle (Longierzirkel o.ä.) mit frostfreiem Boden zur Verfügung, so kann man sich immer noch behelfen, indem man sein Pferd auf der Wiese oder dem Reitplatz / Logierzirkel / Roundpen zumindest longiert. Oder auch mit der Doppellonge - sofern man es kann - arbeitet.

Man kann Übergänge trainieren, Tempowechsel, Bodenarbeit (Arbeit an der Hand), übertreten lassen, Schlangenlinien und und und …..

Hauptsache, man achtet darauf, dass das Pferd, wenn es überschießende Energie hat, nicht plötzlich davon schießt. Daher: beschäftigen mit den oben genannten Übungen.

Reiten bei extremer Kälte:

Ab ca. minus 12° Celsius ist es nicht mehr anzuraten, schnell zu galoppieren. Wenn solch extrem kalte Luft nämlich tief inhaliert wird, was bei schneller Bewegung passiert, da die Atemtiefe enorm zunimmt, dann kann dies zu einer Lungenentzündung führen.

Und nun: Viel Spaß im Schnee ! Ob beim Reiten, Pferdeschlitten fahren, Spazierengehen.....


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